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Was nach Kartoffeln pflanzen? Folgekulturen für beide Erntewellen

Kartoffeln räumen das Beet zweimal im Jahr: Frühkartoffeln schon im Juli, die Haupternte im September und Oktober. Beide Termine bieten ganz unterschiedliche Möglichkeiten — vom schnellen Herbstgemüse bis zur Gründüngung, die den Boden über den Winter regeneriert.

Das Beet nach Kartoffeln hat eine besondere Ausgangslage: Durch das Anhäufeln und das Ausgraben der Knollen ist der Boden tief gelockert und krümelig wie sonst nirgends im Garten — gleichzeitig aber ausgelaugt. Kartoffeln sind Starkzehrer und ziehen vor allem viel Stickstoff und Kalium aus dem Boden. Die Folgekultur sollte also entweder mit wenig auskommen, den Boden selbst wieder aufbauen — oder Sie geben vor der Neubepflanzung eine Schicht Kompost dazu.

Entscheidend ist außerdem der Erntezeitpunkt. Nach Frühkartoffeln (Juni–Juli) bleiben noch zwei bis drei Monate Vegetationszeit — genug für eine vollwertige zweite Ernte. Nach der Haupternte (September–Oktober) geht es dagegen vor allem darum, das Beet nicht nackt in den Winter zu schicken.

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Nach Frühkartoffeln: die zweite Ernte (Juli)

Kohlrabi — der Klassiker für die Herbsternte

Schnelle Kohlrabi-Sorten wie 'Lanro' oder 'Azur Star' brauchen vom Pflanzen bis zur Ernte nur acht bis zehn Wochen. Anfang bis Mitte Juli gepflanzte Setzlinge ernten Sie im September, bevor die Knollen im kühlen Herbst zart bleiben statt zu platzen. Kohlrabi ist ein Mittelzehrer — nach Kartoffeln unbedingt zwei bis drei Zentimeter Kompost einarbeiten.

Salat, Spinat und Radieschen — die Schnellen

Das tiefgründig gelockerte Kartoffelbeet ist für Blatt- und Wurzelgemüse ideal. Salat ('Batavia', 'Lollo Rossa') säen oder pflanzen Sie bis Mitte August und ernten bis in den Oktober. Radieschen sind nach drei bis vier Wochen fertig — bis zum Saisonende schaffen Sie mehrere Sätze. Spinat, im August gesät, liefert im Oktober; eine Aussaat ab Ende August überwintert und trägt schon im März. Alle drei sind Schwachzehrer und kommen mit dem stickstoffarmen Boden gut zurecht.

Buschbohnen — Aussaat bis Mitte Juli

Die klügste Wahl für den erschöpften Kartoffelboden: Buschbohnen ('Saxa', 'Maxi') holen sich ihren Stickstoff über Knöllchenbakterien selbst aus der Luft und hinterlassen das Beet reicher, als sie es vorgefunden haben. Bis Mitte Juli gesät, ernten Sie im September. Genau das Prinzip einer guten Fruchtfolge: Auf den Starkzehrer folgt der Bodenverbesserer.

Chinakohl und Feldsalat

Chinakohl, Ende Juli bis Anfang August gesät oder gepflanzt, kopft im kühlen Herbst zuverlässig und wird im Oktober geerntet. Ab Ende August übernimmt der Feldsalat: Er überwintert ohne Schutz und liefert von November bis zum Frühjahr frische Blätter — die letzte Kultur, die das Kartoffelbeet in der laufenden Saison noch voll ausnutzt.

Nach der Haupternte: das Beet in den Winter schicken (September–Oktober)

Gründüngung — die beste Investition

Nach der späten Ernte ist Gründüngung fast immer die beste Wahl. Winterroggen keimt noch bei niedrigen Temperaturen, durchwurzelt den Boden, unterdrückt Unkraut und schützt vor Erosion und Nährstoffauswaschung; im Frühjahr wird er vor der Blüte flach eingearbeitet. Phacelia ist die neutrale Alternative — sie ist mit keinem Gemüse verwandt und friert über den Winter ab, sodass das Beet im Frühjahr sofort bereit ist. Vorsicht dagegen bei Gelbsenf: Als Kreuzblütler gehört er nicht auf Beete, auf denen im Folgejahr Kohlgewächse wachsen sollen — er fördert die Kohlhernie.

Wintersalat, überwinternder Spinat und Feldsalat

Wer lieber erntet als düngt: Wintersalat ('Winterbutterkopf', 'Brauner Winter'), bis Ende September gesät, überwintert als Jungpflanze und kopft im April. Überwinternder Spinat ('Matador', 'Winterriese') aus der September-Aussaat liefert ab März. Und Feldsalat ('Vit') können Sie bis in den Oktober säen — er ist die anspruchsloseste Kultur für das abgeerntete Kartoffelbeet überhaupt.

Kommt keine Aussaat mehr infrage, weil der Oktober zu weit fortgeschritten ist, decken Sie das Beet wenigstens mit einer Schicht Laub oder halbreifem Kompost ab. Ein nackter Boden verliert über den Winter Struktur und Nährstoffe — jede Abdeckung ist besser als keine.

Tabelle: Folgekulturen nach Kartoffeln

ErntewelleKulturAussaat / PflanzungErnte
Frühkartoffeln
(Juni–Juli)
KohlrabiAnfang – Mitte JuliSeptember
Buschbohnenbis Mitte JuliSeptember
Salat, RadieschenJuli – Mitte AugustAugust – Oktober
SpinatAugust – SeptemberOktober, überwinternd im Frühjahr
ChinakohlEnde Juli – Anfang AugustOktober
Haupternte
(September–Oktober)
WinterroggenSeptember – OktoberEinarbeiten im Frühjahr
Phaceliabis Mitte Septemberfriert ab, Frühjahr beetfertig
Wintersalatbis Ende SeptemberApril
FeldsalatSeptember – OktoberNovember – Frühjahr

Was nach Kartoffeln nicht pflanzen

Hier ist die Fruchtfolge unerbittlich — die Kartoffel hinterlässt im Boden mehr Krankheitserreger als fast jede andere Kultur:

  • Tomaten, Paprika und Auberginen — alles Nachtschattengewächse wie die Kartoffel. Der Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) überdauert im Boden und in vergessenen Knollen und befällt Tomaten oft schon im Juli. Frühestens nach 3–4 Jahren.
  • Erdbeeren — Kartoffeln können die Verticillium-Welke im Boden anreichern, an der neu gepflanzte Erdbeeren eingehen. Pflanzen Sie sie lieber auf ein Beet nach Zwiebeln, wo die Termine perfekt passen.
  • Knoblauch — teilt mit der Kartoffel bodenbürtige Nematoden; das Risiko lohnt sich für eine neunmonatige Kultur nicht. Besser ein Beet nach Tomaten oder Hülsenfrüchten wählen.
  • Kartoffeln erneut — mindestens 3–4 Jahre Pause. Wiederholter Anbau vermehrt Kartoffelnematoden, Drahtwürmer und Fäulen, und der Ertrag sinkt Jahr für Jahr.
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So bereiten Sie das Kartoffelbeet für die Folgekultur vor

  1. Alle Knollen ernten — auch die kleinsten. Vergessene Kartoffeln treiben im Frühjahr als „Durchwuchs" aus und halten die Kraut- und Knollenfäule im Beet am Leben.
  2. Kraut entsorgen, nicht kompostieren — Kartoffelkraut gehört wegen der Pilzsporen in die Biotonne, nicht auf den eigenen Kompost.
  3. Nur einebnen, nicht umgraben — die Ernte hat den Boden bereits tief gelockert. Dämme mit dem Rechen verteilen, fertig.
  4. Kompost nach Bedarf — vor Kohlrabi, Chinakohl oder Salat 2–3 cm reifen Kompost flach einarbeiten; vor Buschbohnen und Gründüngung ist das nicht nötig.

Das Kartoffelbeet ist nach der Ernte der am besten bearbeitete Boden im ganzen Garten — es wäre schade, ihn brach liegen zu lassen. Im Juli greifen Sie zu Kohlrabi oder Buschbohnen, im September zur Gründüngung. Was gerade jetzt sonst noch in die Erde kann, zeigen die Ratgeber Was im Juli pflanzen und Was im September pflanzen.

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