· 6 Min. Lesezeit

Was nach Zucchini pflanzen — die besten Folgekulturen

Zucchini tragen länger als die meisten Sommergemüse — oft bis zu den ersten Frösten. Das Beet wird also spät in der Saison frei, und zwar ausgezehrt, sodass die Auswahl dessen, was noch hineinpasst, kleiner ist als nach Erbsen oder Salat.

Anders als Gurken, die meist Ende August abgeerntet sind, tragen Zucchini üblicherweise bis in den Oktober oder bis zum ersten stärkeren Frost. Für die Ernte ist das eine gute Nachricht, für die Planung einer zweiten Kultur eine Komplikation — je später das Beet frei wird, desto weniger wächst bis zum Saisonende noch heran.

Dazu kommt: Zucchini gehören zu den hungrigsten Gemüsearten überhaupt. In einem Sommer bilden sie meterweise Laub und Dutzende Früchte, sodass der Boden danach eher Nachschub an Nährstoffen braucht als gleich die nächste anspruchsvolle Kultur.

Wann Zucchini abgeerntet sind und das Beet frei wird

Zucchini tragen von Juli bis Oktober, bis Frost oder Mehltau — der die Blätter im Spätsommer fast immer erwischt — sie stoppt. Sie müssen also nicht warten, bis die Pflanzen von selbst aufhören: Sobald die Früchte nicht mehr in lohnendem Tempo nachkommen oder das Laub vergilbt und sich mehlig weiß überzieht, ziehen Sie die Pflanzen heraus und machen das Beet frei. Mehltaubefallenes Laub nicht kompostieren, die Sporen überleben.

Werbung

Was nach Zucchini folgt — je nachdem, wann das Beet frei wird

Bis Mitte September: Radieschen und Rucola

Die schnellsten Möglichkeiten. Radieschen sind in 4–6 Wochen erntereif, Rucola noch schneller. Beide vertragen kühle Nächte und die ersten leichten Bodenfröste, lohnen sich also auch, wenn der Herbst bereits vor der Tür steht.

Bis Anfang Oktober: Spinat und Feldsalat

Winterspinat-Sorten werden genau jetzt gesät — sie verlangsamen über den Winter nur ihr Wachstum und lassen sich schon zeitig im Frühjahr ernten. Feldsalat ist noch frosthärter und eines der wenigen Gemüse, die man unter Schnee ernten kann.

Oktober: Winterknoblauch

Wird das Beet erst im Oktober frei, ist Winterknoblauch die ideale Wahl — er wird genau dann gesteckt und kostet weder Frühjahrs- noch Sommergemüse Anbauzeit. Verbessern Sie das Beet vorher aber mit Kompost: Auf einem von Kürbisgewächsen ausgezehrten Boden kommt Knoblauch nicht gut zurecht.

Wenn es für alles zu spät ist: Gründüngung

Halten die Zucchini das Beet bis zu den Frösten, ist Gründüngung die beste Investition — Gelbsenf oder Phacelia keimen auch bei kühlerem Wetter, frieren vor dem Winter ab, und ihre Reste schützen den Boden über den Winter und reichern ihn im Frühjahr an. Deutlich günstiger und einfacher, als das Beet den ganzen Winter nackt zu lassen.

Tabelle: Kulturen nach Zucchini und ihre Termine

KulturAussaat/PflanzungErnte
Radieschenbis Mitte Septemberin 4–6 Wochen
Rucolabis Mitte Septemberin 3–5 Wochen
Winterspinatbis Anfang Oktoberzeitig im Frühjahr
Feldsalatbis Anfang OktoberHerbst, über den Winter
WinterknoblauchOktoberim Sommer des Folgejahres
Gründüngungjederzeit bis Mitte Oktobervor dem Winter oder im Frühjahr einarbeiten

Was nach Zucchini nicht gepflanzt wird

  • Kürbis, Gurken, Melonen — alles Kürbisgewächse, die mit der Zucchini Mehltau, von Blattläusen übertragene Viren und Erdflöhe teilen. Sie sollten frühestens nach 3–4 Jahren auf dasselbe Beet zurückkehren.
  • Jede Starkzehrer-Kultur ohne Düngung — Zucchini entziehen dem Boden vor allem Kalium und Phosphor. Alles Anspruchsvollere (Tomaten, Paprika, Kohlgewächse) planen Sie für dieses Beet erst nach einer Gabe Kompost oder Mist.
Werbung

Wie das Beet nach Zucchini vorbereitet wird

  1. Laub und unreife Früchte entfernen — bei Mehltaubefall gehören sie in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
  2. Boden lockern — Zucchini hinterlassen einen umfangreichen Wurzelballen; ist er heraus, lohnt sich ein leichtes Durcharbeiten mit der Grabegabel.
  3. Vor anspruchsvollen Kulturen Kompost geben — bei Radieschen und Rucola unnötig, bei Knoblauch und allem für die nächste Saison dagegen schon.
  4. Das Beet über den Winter nicht nackt lassen — wenn nichts anderes, dann wenigstens Gründüngung säen oder mit Herbstlaub mulchen.

Die Zucchini ist die typische herbstliche Erinnerung daran, dass nicht jedes Beet noch eine zweite Ernte schafft — und das ist in Ordnung. Was jetzt sonst noch im Garten zu schaffen ist, fasst der Ratgeber Gartenarbeiten im Herbst zusammen, dazu die Monatsübersicht Was im September pflanzen.

Häufige Fragen

Was kann ich im Herbst nach Zucchini pflanzen?

Das hängt davon ab, wann das Beet frei wird. Bis Mitte September schaffen Sie noch Radieschen oder Rucola, bis Oktober Spinat und Feldsalat. Wird das Beet erst mit dem ersten Frost frei, ist Gründüngung die beste Wahl — oder die Vorbereitung für Winterknoblauch.

Kann ich nach Zucchini Kürbis oder Gurken pflanzen?

Davon ist abzuraten. Zucchini, Kürbis, Gurken und Melonen sind allesamt Kürbisgewächse und teilen dieselben Krankheiten — vor allem Mehltau und von Blattläusen übertragene Viren — sowie Schädlinge wie Erdflöhe. Auf dasselbe Beet sollten sie erst nach 3–4 Jahren zurückkehren.

Stimmt es, dass Zucchini den Boden auslaugen?

Ja. Zucchini gehören zu den hungrigsten Kulturen überhaupt — in einer Saison bilden sie eine enorme Menge Blätter und Früchte und entziehen dem Boden vor allem Kalium und Phosphor. Das Beet braucht danach in der Regel Kompost oder gut verrotteten Mist, bevor im nächsten Jahr wieder etwas hineinkommt.

Werbung