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Kompostieren im Herbst: Was auf den Haufen gehört und was nicht

In keinem Monat liefert der Garten so viel kompostierbares Material wie im Oktober. Laub, abgeerntetes Kraut, der letzte Rasenschnitt — alles kommt auf einmal, und was Sie damit machen, entscheidet, ob daraus Kompost wird oder ein fauliger Haufen.

Herbstkompost unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt vom Sommerkompost: Er besteht ganz überwiegend aus kohlenstoffreichem Material. Laub und verholzte Stängel sind trocken und stickstoffarm — ein Haufen nur daraus verrottet praktisch nicht, sondern liegt jahrelang nahezu unverändert.

Braun und Grün — das Verhältnis, auf dem alles beruht

Kompost braucht zweierlei: Kohlenstoff und Stickstoff. Braunes Material (Laub, Stroh, Zweige, Karton) liefert Kohlenstoff. Grünes Material (Rasenschnitt, Küchenabfälle, frisches Kraut) liefert Stickstoff und Feuchtigkeit.

Das funktionierende Verhältnis liegt bei etwa 2–3 Teilen Braun auf 1 Teil Grün, nach Volumen. Im Herbst ist das Problem immer dasselbe: viel zu viel Braun und viel zu wenig Grün. Die Lösung: Zusammengerechtes Laub nicht auf einmal aufschichten, sondern mit Rasenschnitt vom letzten Mähen, Küchenabfällen oder Gemüseresten durchsetzen.

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Was auf keinen Fall auf den Haufen gehört

  • Von Pilzkrankheiten befallenes Kraut — vor allem von Tomaten, Gurken und Kartoffeln. In einem normalen Gartenhaufen, der nie ausreichend heiß wird, überwintern die Sporen problemlos.
  • Samentragendes Unkraut — die Samen überleben und werden im Frühjahr mit dem fertigen Kompost über den ganzen Garten verteilt.
  • Wurzelunkräuter mit Ausläufern — Quecke, Ackerwinde, Giersch. Ein Wurzelstück genügt, und der Haufen wird zu ihrer Vermehrungsstation.
  • Walnusslaub in größeren Mengen — es enthält Juglon, das die Keimung hemmt. In kleinen Anteilen verdünnt es sich weg, in großen nicht.
  • Fleisch, Knochen, Fett, Milchprodukte — sie locken Nager an und riechen.
  • Asche von Kohle und Briketts — sie enthält Schwermetalle. Holzasche in kleinen Mengen ist weniger problematisch, hebt aber den pH-Wert.

So wird der Haufen aufgesetzt

  1. Unten grob beginnen — ganz nach unten gehäckselte Zweige oder grobe Stängel. Der so entstehende Hohlraum sorgt für Luftzufuhr von unten.
  2. Schichten statt alles aufkippen — im Wechsel 10–15 cm Braun und rund 5 cm Grün.
  3. Laub vorher zerkleinern — am einfachsten mit dem Rasenmäher überfahren. Ganze Blätter verkleben zu luftdichten Schichten, zerkleinertes Laub verrottet um ein Vielfaches schneller.
  4. Jede Schicht leicht anfeuchten — Kompost soll feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm, nicht nass.
  5. Eine Handvoll Erde oder alten Kompost zugeben — die Impfung mit Mikroorganismen bringt die Rotte in Gang.

Laubkompost — warum Laub separat kompostiert wird

Laub wird nicht wie der übrige Kompost von Bakterien abgebaut, sondern von Pilzen, und das dauert länger — ein bis zwei Jahre. Wer viel Laub hat, füllt es besser in Säcke oder einen Drahtkorb und stellt es beiseite. Der entstehende Laubkompost ist kein Dünger (er ist nährstoffarm), aber einer der besten Bodenverbesserer überhaupt: Er hält Wasser und verbessert die Struktur.

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Der Kompost über den Winter

Bei Frost kommt die Rotte praktisch zum Erliegen — das ist unproblematisch, im Frühjahr läuft sie von selbst wieder an. Was hilft: den Haufen für den Winter abdecken (Vlies, alte Plane, eine Schicht Stroh), damit Regen ihn nicht auswäscht und Schnee ihn nicht in einen Eisklotz verwandelt. Ein abgedeckter Haufen hält die Wärme länger und startet im Frühjahr Wochen früher.

Den Kompost im Winter umzusetzen bringt nichts. Lassen Sie ihn in Ruhe und kümmern Sie sich wieder darum, wenn es wärmer wird.

Häufige Fragen

Darf Walnusslaub auf den Kompost?

In kleinen Mengen ja, in großen nein. Walnusslaub enthält Juglon, einen Stoff, der Keimung und Wachstum anderer Pflanzen hemmt. Als kleiner Anteil am Haufen baut es sich ab und verdünnt sich folgenlos. Bestünde der Kompost überwiegend aus Walnusslaub, sollte er separat aufgesetzt und ein Jahr länger abgelagert werden.

Warum verrottet mein Kompost nicht?

Meist ist der Haufen zu trocken oder besteht ausschließlich aus braunem Material. Ein Herbsthaufen aus reinem Laub bewegt sich praktisch nicht. Durchdringend wässern und stickstoffreiches Material einschichten — Rasenschnitt, Küchenabfälle oder etwas Mist.

Kann ich krankes Tomatenkraut kompostieren?

Nein. Die Kraut- und Braunfäule und andere Pilzkrankheiten überstehen einen normalen Gartenhaufen, der nie über 60 °C kommt, und kehren im nächsten Jahr mit dem fertigen Kompost auf die Beete zurück. Befallenes Kraut gehört in den Restmüll.

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