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Tomaten erfolgreich anbauen

Die Tomate gehört zu den beliebtesten Kulturen in mitteleuropäischen Gärten. Fast jeder, der auch nur ein kleines Stück Garten oder einen sonnigen Balkon hat, baut sie an. Dennoch machen viele Gärtner Fehler, die zu geringeren Erträgen oder Krankheitsbefall führen. In diesem Leitfaden gehen wir den gesamten Prozess von der Sortenwahl bis zur Ernte durch.

Sortenwahl

Auf dem Markt gibt es Dutzende von Tomatensorten. Anfängern empfehlen wir indeterminante (hochwachsende) Tomaten, die die ganze Saison über wachsen und nach und nach Früchte tragen. Zu den bewährten Sorten gehören 'Stupické polní rané', 'Tornádo F1' oder 'Saint Pierre'. Für den Balkonanbau wählen Sie Buschsorten wie 'Balkonzauber' oder 'Tumbling Tom'.

Bedenken Sie bei der Auswahl auch die Widerstandsfähigkeit gegen Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), die in mitteleuropäischen Bedingungen das häufigste Problem ist. F1-Sorten sind meist widerstandsfähiger, aber ihre Samen können nicht weiter vermehrt werden.

Setzlinge vorziehen

Mit dem Vorziehen beginnen Sie in der ersten Märzhälfte. Samen in Aussaatschalen mit hochwertigem Aussaatsubstrat einstreuen. Aussaattiefe etwa 0,5 cm. Das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 22–25 °C. Die Samen keimen meist innerhalb von 5–10 Tagen.

Nach dem Aufgehen die Temperatur auf 18–20 °C senken und für ausreichend Licht sorgen – idealerweise 12–14 Stunden täglich. Wenn das Fensterbrett nicht hell genug ist, erwägen Sie die Beleuchtung mit einem LED-Panel. Sobald die Setzlinge das erste echte Blattpaar gebildet haben, pikieren Sie sie in einzelne Töpfe mit 8–10 cm Durchmesser. Beim Pikieren die Setzlinge tiefer pflanzen, bis zu den Keimblättern – am vergrabenen Stängelabschnitt bilden sich Wurzeln, was die Pflanze stärkt.

Abhärten und Auspflanzen

Zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen beginnen Sie mit dem Abhärten der Setzlinge. Stellen Sie sie zunächst für 2–3 Stunden täglich ins Freie, verlängern Sie die Zeit schrittweise. Schützen Sie sie vor direkter Mittagssonne und starkem Wind.

Das Auspflanzen erfolgt nach den Eisheiligen, also frühestens nach dem 15. Mai, wenn kein Bodenfrost mehr droht. Tomaten an einem sonnigen, geschützten Standort pflanzen. Empfohlene Abstände: 50 cm zwischen den Pflanzen, 60 cm zwischen den Reihen. Vor dem Pflanzen Löcher vorbereiten und in jedes eine Handvoll Kompost und einen Löffel Knochenmehle geben. Die Setzlinge tiefer pflanzen als sie im Topf standen.

Pflege während der Saison

Tomaten benötigen regelmäßiges Gießen an die Wurzeln, niemals auf die Blätter. Am besten morgens gießen, damit eventuelle Feuchtigkeit auf den Blättern den ganzen Tag über trocknen kann. An heißen Tagen täglich gießen, bei kühlerem Wetter jeden zweiten Tag. Unregelmäßiges Gießen verursacht Platzen der Früchte.

Mulchen ist bei Tomaten entscheidend. Eine Schicht aus Stroh, Gras oder Kompost von 5–10 cm Dicke um die Pflanzen verhindert das Austrocknen des Bodens, unterdrückt Unkraut und verhindert das Aufspritzen von Erdpartikeln auf die unteren Blätter (Hauptweg der Ausbreitung von Schimmel).

Aufbinden und Ausgeizen

Indeterminante Tomaten brauchen eine Stütze. Verwenden Sie 150–180 cm hohe Stäbe oder an einer Konstruktion hängende Schnüre. Die Pflanze laufend mit weicher Schnur anbinden, mit einer Achterschlaufe um Stängel und Stab.

Geiztriebe (Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen) regelmäßig entfernen, solange sie noch klein sind. Nur den Hauptstängel und gegebenenfalls einen starken Geiztrieb unterhalb des ersten Blütenstandes für zweistängelige Führung belassen. Nicht entfernte Geiztriebe entziehen der Pflanze Energie und verschlechtern die Luftzirkulation.

Düngung

Nach dem Auspflanzen die Pflanzen 2–3 Wochen einwurzeln lassen. Danach alle 10–14 Tage nachfertigen. In der Anfangswachstumsphase Dünger mit höherem Stickstoffgehalt verwenden. Nach dem Ansetzen der Früchte auf Dünger mit höherem Kaliumgehalt umstellen, der die Reifung und den Geschmack der Früchte fördert.

Krankheiten und Schutz

Kraut- und Knollenfäule ist die schwerwiegendste Pilzkrankheit bei Tomaten in Mitteleuropa. Sie zeigt sich durch braune Flecken auf Blättern und Früchten, besonders bei regnerischem und kühlem Wetter. Vorbeugend ab Juni alle 10–14 Tage mit kupferhaltigen Mitteln sprühen. Für ausreichende Abstände und Luftzirkulation sorgen.

Blütenendenfäule (schwarzer Fleck an der Unterseite der Früchte) ist keine Krankheit, sondern eine physiologische Störung durch Kalziummangel. Die Ursache ist meist unregelmäßige Bewässerung. Die Lösung ist gleichmäßiges Gießen und gegebenenfalls Kalkung des Bodens.

Ernte und Lagerung

Tomaten vollreif ernten, wenn sie eine satte Farbe haben und beim Drücken leicht nachgeben. Am leckersten sind die Früchte, die direkt am Strauch gereift sind. Im September, wenn der erste Frost droht, auch grüne Tomaten ernten – sie reifen im Zimmer bei Raumtemperatur nach. Das Reifen lässt sich durch das Hinlegen einer reifen Apfelscheibe beschleunigen, die Ethylen freisetzt.

Gut gepflegte Tomaten belohnen den geduldigen Gärtner mit einer reichen Ernte schmackhafter Früchte, die sich mit denen aus dem Laden nicht vergleichen lassen. Der Schlüssel ist Regelmäßigkeit in der Pflege und Krankheitsprävention.