Wann gießen
Die ideale Zeit für das Gießen ist früh morgens, am besten zwischen 5 und 8 Uhr. Der Boden ist nach der Nacht kühl, das Wasser verdunstet nicht sofort und die Pflanzen haben den ganzen Tag, um die Feuchtigkeit aufzunehmen. Wenn Sie morgens keine Zeit haben, gießen Sie am frühen Abend nach 18 Uhr.
Niemals bei der Mittagshitze gießen. Das Wasser verdunstet sofort von der Oberfläche und gelangt nicht an die Wurzeln. Außerdem können Wassertropfen auf den Blättern bei starker Sonne wie Linsen wirken und Verbrennungen verursachen.
Wie viel Wasser
Grundregel: lieber seltener, aber gründlich. Oberflächliches Besprühen befeuchtet nur die oberen paar Zentimeter und die Wurzeln wachsen flach – dem Wasser an der Oberfläche nach, statt sich tief einzuwurzeln. Gründliches Gießen, bei dem das Wasser 15–20 cm tief eindringt, fördert tiefes Wurzeln und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Trockenheit.
Orientierungsmenge für Gemüse: 20–30 Liter pro Quadratmeter Beet bei jeder Bewässerung. Im heißen Sommer jeden zweiten Tag gießen, bei extremer Hitze täglich.
Gießtechnik: Was funktioniert
An die Wurzeln, nicht auf die Blätter
Immer direkt an den Wurzelansatz gießen. Nasse Blätter sind ein Nährboden für Pilzkrankheiten – Kraut- und Knollenfäule bei Tomaten, Mehltau bei Gurken. Wenn Sie einen Sprühaufsatz verwenden, ihn so einstellen, dass das Wasser auf den Boden trifft, nicht auf die oberirdischen Teile. Eine Gießkanne mit langem Ausguss ist für Gemüsebeete ideal.
Mulchen
Mulch ist der beste Freund jedes Gärtners im Sommer. Eine Schicht Stroh, gemähtes Gras, Rinde oder Kompost von 5–10 cm Dicke um die Pflanzen reduziert die Verdunstung um 50–70 Prozent. Mulch unterdrückt außerdem Unkraut und gibt beim Zerfall Nährstoffe ab. Nach dem gründlichen Gießen mulchen, damit die Feuchtigkeit unter der Schicht eingeschlossen wird.
Tropfbewässerung
Die Investition in Tropfbewässerung lohnt sich. Schläuche mit Tropfern entlang der Reihen verlegen und an einen Wasserhahn mit Zeitschaltuhr anschließen. Das Wasser gelangt direkt an die Wurzeln, es verdunstet kaum und man kann auch in der Urlaubszeit gießen. Die Amortisierung ist üblicherweise eine Saison durch Wassereinsparung und höheren Ertrag.
Besonderheiten einzelner Kulturen
Tomaten
Regelmäßig und gleichmäßig gießen. Der Wechsel zwischen Trockenheit und Staunässe verursacht Platzen der Früchte und Blütenendenfäule. Idealerweise jeden zweiten Tag, an heißen Tagen täglich. Immer an die Wurzeln. Während des Reifens das Gießen leicht reduzieren – die Früchte werden geschmackhafter.
Gurken und Zucchini
Kürbisgewächse haben große Blätter und hohe Verdunstung. Sie brauchen am meisten Wasser von allen Gemüsekulturen. Im Sommer täglich gießen, in Hitzephasen sogar zweimal täglich. Wassermangel verursacht Bitterkeit bei Gurken.
Salat und Blattgemüse
Regelmäßige, mäßige Bewässerung. Salat hat keine tiefen Wurzeln und schießt bei Wassermangel schnell. Im heißen Sommer Schattierung mit Vlies erwägen oder in den Halbschatten säen.
Möhren und Wurzelgemüse
Nach dem Aufgehen gleichmäßige Feuchtigkeit halten, später weniger gießen. Staunässe verursacht Platzen und Faulen der Wurzeln. Möhren sind verhältnismäßig trockenheitsverträglich.
Obstbäume
Ausgewachsene Bäume brauchen dank tiefer Wurzeln normalerweise kein Gießen. Junge Bäume (bis 3 Jahre) und Bäume in Trockenperioden einmal wöchentlich mit 30–50 Litern gießen. In einen flachen Graben rund um den Stamm gießen, nicht direkt an den Stamm.
Wasser sparen
Regenwasser ist für den Garten ideal – es ist weich, hat die richtige Temperatur und ist kostenlos. Die Investition in eine Regenwassertonne (500–1000 Liter) zahlt sich innerhalb einer Saison aus. Unter den Dachrinnenabfluss stellen und einen Gartenschlauch oder eine Pumpe anschließen.
Richtiges Gießen ist eine Fertigkeit, die man schrittweise lernt. Beobachten Sie Ihre Pflanzen – sie sagen Ihnen, wenn sie Durst haben. Hängende Blätter am Nachmittag bei Hitze sind normal, wenn sie sich über Nacht erholen. Dauerhaft hängende Blätter morgens sind ein Signal zum Gießen.