Unbedeckter Boden verdichtet sich über den Winter, wird ausgewaschen, und die Oberfläche zerfällt zu Staub. Eine Schicht organischen Materials verhindert das und zersetzt sich bis zum Frühjahr zum Teil von selbst — Mulchen ist also nicht nur Schutz, sondern auch langsame Düngung.
Womit gemulcht wird
Laub — kostenlos und am leichtesten verfügbar
Das beste Verhältnis von Nutzen zu Aufwand, weil im Herbst Laub im Überfluss anfällt. Aber zerkleinern Sie es, idealerweise mit dem Rasenmäher — ganze Blätter verkleben zu einer luftdichten Schicht, unter der der Boden fault. Eichen- und Walnusslaub zersetzt sich langsamer und säuert leicht an, was nur dort stört, wo man es nicht will.
Stroh — für Gemüsebeete
Luftig, hält die Feuchtigkeit gut und sackt nicht leicht zusammen. Nachteil: Es enthält oft Getreidesamen und zieht Wühlmäuse an, die gern darunter überwintern. Für Beete am Haus oder dort, wo Sie ohnehin Wühlmäuse haben, besser etwas anderes.
Rasenschnitt — nur in dünner Schicht
Zersetzt sich schnell und liefert Stickstoff, in dicker Schicht erhitzt er sich jedoch und beginnt zu riechen. Höchstens 3–5 cm ausbringen und vorher anwelken lassen.
Rinde und Hackschnitzel — für Stauden und Gehölze, nicht für Gemüse
Halten lange und sehen gut aus, entziehen dem Boden beim Zersetzen aber Stickstoff. Unter Stauden und Sträuchern spielt das keine Rolle, auf dem Gemüsebeet sehr wohl — dort konkurrierten die Pflanzen mit dem Mulch um Stickstoff.
Wie dick die Schicht sein soll
| Material | Stärke | Geeignet für |
|---|---|---|
| Zerkleinertes Laub | 5–10 cm | Gemüsebeete, Stauden |
| Stroh | 10–15 cm | Gemüsebeete, Erdbeeren |
| Rasenschnitt | 3–5 cm | Gemüsebeete |
| Kompost | 3–5 cm | alles, zugleich Düngung |
| Rinde, Hackschnitzel | 5–7 cm | Stauden, Sträucher, Wege |
Die häufigsten Fehler
- Mulch bis an den Stamm gehäuft — bei Gehölzen und Stauden einen freien Ring von 5–10 cm um die Basis lassen. Feuchter Mulch an der Rinde führt zu Fäulnis und lädt Wühlmäuse direkt zu Tisch.
- Mulchen auf trockenen Boden — Mulch hält Feuchtigkeit, bringt aber keine. Bei trockenem Herbst das Beet vor dem Mulchen gründlich wässern.
- Zu früh gemulcht — im warmen September bleibt der Boden lange warm, und Nager bauen unter der Schicht ihre Nester. Warten Sie, bis es kühler wird.
- Frische Hackschnitzel auf Gemüse — siehe oben, Stickstoffsperre.
- Dicke Schicht frischen Grases — sie erhitzt sich und fault, statt sich zu zersetzen.
Was im Frühjahr mit dem Mulch geschieht
Bei Laub, Gras und Kompost müssen Sie meist gar nichts tun — bis zum Frühjahr ist das meiste zersetzt, der Rest wird bei der Beetvorbereitung eingearbeitet. Stroh und gröberes Material im Frühjahr beiseite harken, damit sich der Boden schneller erwärmt; sobald gesät ist und die Pflanzen stehen, kann es zurück.
Eine Regel gilt immer: Nackter Boden ist stets die schlechtere Variante, egal welcher Mulch. Selbst ein unvollkommen gemulchtes Beet kommt besser über den Winter als eines, das ihn blank verbracht hat.
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Mulchen?
Wenn sich der Boden im Herbst abgekühlt hat, aber noch nicht durchgefroren ist — typischerweise Ende Oktober und November. Mulchen bei warmem Wetter hält die Wärme im Boden und lockt Nager an, die unter der Schicht Nester bauen.
Darf ich Gemüsebeete mit Rindenmulch abdecken?
Davon ist abzuraten. Rinde und Hackschnitzel entziehen der obersten Bodenschicht beim Zersetzen Stickstoff, was Gemüse deutlich spürt. Verwenden Sie für Gemüse Laub, Stroh, Rasenschnitt oder Kompost; Rinde bleibt Stauden, Sträuchern und Wegen vorbehalten.
Zieht Mulch nicht Wühlmäuse an?
Stroh und dicke Heuschichten schon — sie sind ideale Winterquartiere. Zerkleinertes Laub und Kompost sind in dieser Hinsicht deutlich unproblematischer. Lassen Sie um Gehölzstämme in jedem Fall einen freien Ring, damit Rindenfraß unter der Abdeckung nicht unbemerkt bleibt.